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2018-11-13
Der fliegende Holländer Mats van den Brand
Die Ergebnisliste sieht aus wie eigentlich immer: 13. Gesamtsieg beim 17. Start für Georg Berlandy. Doch die diesjährige 41. ADAC Rallye Köln-Ahrweiler war spannend wie schon lange nicht mehr. Für Berlandy und Lebensgefährtin Ulrike Schmitt wurde es nicht der gewohnte Start-Ziel-Sieg, denn im Opel Kadett GT/E hatten sie zunächst das Nachsehen und mussten kämpfen.

Schuld war der fliegende Holländer Mats van den Brand. Mit seinem BMW M3 hat der 27-Jährige in seiner Heimat und auch in Belgien schon manch einem R5 oder WRC den Auspuff gezeigt. MvdB kam zur RKA mit dem klaren Ziel des Sieges. Wohlwissend, dass der Asphalt rund um und auf dem Nürburgring manchmal so seine Tücken hat.

MvdB geigte am Freitagabend bei den beiden Auftaktprüfungen jedenfalls mächtig auf und markierte bei trockenem Wetter die Bestzeiten. Mehr noch: Auf der 3,9 Kilometer langen Strecke von Barweiler nach Wimbach war der M3-Pilot satte 5,6 Sekunden schneller als RKA-König Berlandy. Der Veranstalter glaubte zunächst an einen Messfehler.

Bei jetzt nasser Fahrbahn am Samstagmorgen schlugen zunächst die RKA-Routiniers zurück: Berlandy, Küke, Schleimer und Färber waren beim Auftakt schneller als MvdB. Dieser war auf den nächsten beiden Prüfungen dann wieder Bester. Mal vor Küke, mal vor Schleimer. An der Spitze ging es ausgeglichen und spannend zu wie schon seit Jahren nicht mehr. Sehr zur Freude der vielen tausend Fans, die Regen und vor allem dem Wind trotzten.

Es ging Samstagmittag zur Königsprüfung: Eine Runde Nordschleife entgegengesetzt mit langer Anfahrt über Wirtschaftswege. Kann der Jungspund sich auch hier durchsetzen? Oder würden Küke und Berlandy mit all ihrer Nordschleifen-Erfahrung zurückschlagen? MvdB legte los wie die Feuerwehr, drehte sich aber kurz nach dem Start auf einem schmalen Wirtschaftsweg und touchierte rückwärts leicht einen Baum. Erster Gang rein und weiter in bester Colin McRae-Manier.

„Insider“ hatten den MvdB-Abgang auf der Nordschleife eigentlich für die Eiskurve, Brünnchen oder Karussell vorausgesagt. Doch solange sollte es gar nicht dauern. Bei strömendem Regen kaum auf dem heiligen Asphaltband der Grünen Hölle angekommen, krachte van den Brand im Galgenkopf in die Leitplanken. Er hatte kurz zuvor den fünften Gang eingelegt… Im Brünnchen folgte dann der „erwartete“ Dreher.

Und es ging wieder weiter. Mit dem völlig zerfledderten BMW kam MvdB noch bis zur Hatzenbach, ehe dort als Folgeschaden die vordere rechte Radaufhängung kollabierte. Der RKA-McRae war raus, die Spannung dahin, der Jungspund hatte sein Leergeld gezahlt. So wie Georg Berlandy 1999, als er nach vier Bestzeiten zu Beginn in Aremberg einen Strommasten fällte.

„Aber im nächsten Jahr komme ich wieder“, sagte Mats van den Brand, der am Abend nach der Veranstaltung seinen BMW bereits vollständig zerlegt hatte. „Vielleicht gibt es dann auch eine Ausschreibung in Englisch oder Französisch. Vor allem, wenn man Teil eines Eifel-Ardennen-Cups ist, sollte ein Veranstalter so etwas haben.“



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