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Rohde / Wolff setzen sich vor vollen Rängen durch: Porsche-Duo siegt bei der ADAC Rallye Köln – Ahrweiler

Mit einer tollen Vorstellung holten die Essener Oliver Rohde / Jan Wolff im Porsche 924 Carrera GT den Sieg bei der ADAC Rallye Köln – Ahrweiler. Vor voll besetzten Rängen in der Region um das Rallyezentrum in Mayschoß konnten sich die Zwölften des Vorjahres gegen Stefan Schlesack / Peter Schaaf (Remscheid / Mayen, Ford Escort RS 2000, 1:40,8 Minuten zurück) und die Niederländer Patrick Meijer / Nancy Meijer (Opel Ascona B, 1:52,8 Minuten zurück) durchsetzen. Nach 13 Prüfungen und rund 155 Kilometern auf 13 Prüfungen im Ahrtal und rund um den Nürburgring rangierten sie auch vor zwei Teams mit Gaststarterstatus, die die Fans mit einer Klasse-Performance begeisterten: Christoph Schleimer / Dieter Hawranke (Obertiefenbach / Kassel) im Vauxhall Astra und Andreas Mansfeld / Burkhard Hesseler (Lohmar / Köln, BMW M 3) gingen als Zweit- und Drittplatzierte über die Zielrampe. Da ihre Fahrzeuge jedoch aus der Homologationsperiode von 1981 bis 1988 stammen, wurden sie für das Gesamtergebnis nicht berücksichtigt.

„Diesem Ergebnis traue ich nicht, bevor ich es nicht schwarz auf weiß gesehen habe“, lachte Oliver Rohde im Ziel der ADAC Rallye Köln – Ahrweiler. Nachdem er bereits beim Prolog am Freitagabend den ersten Startplatz erobert hatte, konnte der die gute Ausgangsposition in einen Sieg umsetzen. „Dies ist meine erste vollständige Motorsport- Saison“, erklärte der Essener, „und dieser Sieg ist eine tolle Krönung.“ Als größter Konkurrent im Kampf um den Gesamtsieg kristallisierte sich schon frühzeitig der Vorjahressieger Paul Jerlitschka (Remscheid) heraus, der mit Co-Pilot Dietmar Moch (Kürten) antrat. Auf den Prüfungen am Samstagmorgen konnte das Duo im Ford Escort RS 2000 sogar kurzzeitig die Führung übernehmen, fiel schließlich jedoch mit einem technischen Defekt aus. Die Rolle des ersten Verfolgers übernahmen Stefan Schlesack / Peter Schaaf (Remscheid / Mayen), die im Ford Escort RS 2000 am Samstagvormittag noch über kleinere Probleme klagten. „Heute morgen war das Fahrverhalten ein wenig problematisch, weil die Spur verstellt war“, so Schlesack. „Das konnten wir in der Mittagspause ändern. Danach lief es perfekt.“ Respekt verdiente sich der Sieger auch von den Konkurrenten, die bei der Youngtimer-Veranstaltung mit Fahrzeugen neueren Datums an den Start gingen. „Bei uns hat alles gepasst“, schilderte etwa Christoph Schleimer, „aber mehr als Platz zwei war gegen den deutlich stärkeren Porsche nicht drin.“ Der Drittplatzierte Andreas Mansfeld musste nach zweimaligen Problemen bilanzieren: „Durch einen Dreher auf WP 10 habe ich noch einmal gut 20 Sekunden verloren, nachdem ich gestern auf der WP 1 schon eine halbe Minute liegen gelassen habe – Wenn man das berücksichtigt bin ich mit dem dritten Platz absolut zufrieden.“

Favoritensiege in den Youngtimer-Championaten des ADAC
Für die Starter aus der ADAC Youngtimer Trophy und aus der ADAC Youngtimer Rallye Trophy stand bei der Rallye Köln – Ahrweiler das Saisonfinale an. Beide Titelentscheidungen blieben bis zuletzt offen und erst im Ziel konnten sich die frisch gekürten Champions über ihren jeweiligen Gesamtsieg freuen. Über den Sieg in der als Vielseitigkeits-Wettbewerb angelegten ADAC Youngtimer Trophy konnte sich Jörg Chmiela (Oberkail) freuen. Im Alfa Romeo Alfasud holte er nach neun Veranstaltungen, zu denen neben Rallye-Wettbewerben auch Sprint- und Langstreckenrennen sowie ein Slalom gehörte, seinen ersten Titel. „Im zarten Alter von 45 Jahren habe ich heute meine erste Meisterschaft gewonnen“, lachte der frisch gebackene Meister nach einer harten Veranstaltung: „Vor der Mittagspause am Samstag habe ich mir die Hand geprellt, als das Lenkrad zurückschlug. So war das Fahren heute Nachmittag eine schmerzhafte Angelegenheit.“ Den Titel in der ADAC Youngtimer Rallye Trophy eroberte bei der Rallye Köln – Ahrweiler der Lokalmatador Jürgen Lenarz. Mit Co-Pilot Dieter Müller setzte er sich im Opel Kadett C Coupe durch und strahlte: „Für uns war es eine tolle Rallye, jetzt bin ich einfach glücklich. Auf den letzten Prüfungen habe ich nur noch Geräusche im Auto gehört, so angespannt war ich.“

Prominente Gaststarter sorgten für Stimmung
Zu den prominenteren Piloten im Feld gehörten zwei ehemalige Deutsche Rallyemeister, die in liebevoll vorbereiteten Youngtimern an den Start gingen. Der DM-Sieger von 1978 und 1979, Reinhard Hainbach (Schotten), ging mit Erhard Ricken (Köln) auf einem BMW 2002ti an den Start. Nach langer Abstinenz von der Rallyepiste erlebte er eine aufregende Veranstaltung. „Auf WP 9 hat sich das Gasgestänge gelöst. Das Pedal fiel durch und der BMW lief im Standgas“, schildert der Hesse. „Mit einem Kugelschreiber habe ich das Gasgestänge auf Halbgas geklemmt und konnte die WP so zu Ende fahren. Das hat uns zwar vier Minuten gekostet, aber wir sind im Ziel.“ Schmunzelnd fügte er hinzu: „Wenn ich vorbeifuhr sind die Fans an der Strecke zwar nicht wie früher in Jubel ausgebrochen – aber sie haben zumindest zustimmend genickt.“ Der dreifache DM-Sieger als Beifahrer (1997, 2000 und 2001), Dieter Schneppenheim, ging mit dem Ex-Champion der historischen Rallye-EM, Michael Stoschek (Coburg) im bildschönen Porsche 911 RSR an den Start. Stoschek brachte den eigentlich für die Rundstrecke vorbereiteten Boliden als Gesamt-Zwölfter über die Zielrampe und strahlte anschließend: „Das hat richtig viel Spaß gemacht! Im Nieselregen heute Nachmittag waren wir sehr vorsichtig.“ Einen Achtungserfolg erzielte auch der amtierende Meister des Porsche Carrera Cups. Christian Menzel (Kelberg) platzierte sich mit Co-Pilot Peter Nöker auf einem seriennahen Ford Escort RS 2000 zwar nur auf Rang 44. Für seine erste vollständige Rallye war das Ergebnis aber absolut achtbar.

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